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Frühjahrstreffen der Einzelmitglieder 2000
ein Bericht von Werner Münch, Brunsbüttel

Mittagspause vor dem Untragen in MalenteEs war eines von den wirklich guten Treffen, von dem man sich noch lange erzählen wird. Schade, falls Du nicht dabei warst. Diesmal hat Peter Krecker, unser Obmann, das auch mit dem Wetter besser hingekriegt: wir hatten Sonnenschein, Frühnebel und laue Abende. Kein Regen diesmal. Wirklich wahr! Wahrscheinlich hat er aber die Wetterorganisation seiner Susanne überlassen.

Wie immer am ersten Abend, haben wir uns so ab 20:00 Uhr versammelt und unsere erste gemeinsame Runde gehabt. Auch wie immer, mit viel Fachsimpelei, dem Austausch von Erfahrungen und den Geschichten, die die Kanuten seit dem Herbsttreffen 1999 erlebt haben. Wir saßen rund um die Feuerstelle auf dem Gelände des TSV Klausdorf. Wir sind den Freunden vom TSV Klausdorf sehr dankbar für ihre Gastfreundschaft. In diesem Frühjahr haben sie uns damit sogar aus einer Verlegenheit geholfen, weil der ursprünglich vorgesehene Treffpunkt kurzfristig nicht mehr zur Verfügung stand! Vielen Dank nochmals!

In diesem Jahr kamen wieder einige Paddler, die zum ersten Mal eines unserer Treffen besuchten. Einige sind schon länger Einzelmitglieder, waren aber bisher noch nie bei einem unserer Treffen dabei. Andere sind ganz neu eingetreten. Die Familie aus Lauenburg zum Beispiel: Ralf, seine Frau Katrin und die Söhne Henning und Sören. Als sich um die Feuerstelle bereits ein zweiter Ring aus Campingstühlen gebildet hatte, wuchtete Ralf eine Kiste Pils und ein paar Flaschen Wein in die Mitte, stellte sich und seine Familie vor und sagte: "Das hier ist ein kleiner Einstand von uns. Ich hoffe, das ist Euch so recht? - Prost!" Sofort verteilte er Flaschen und binnen Minuten war alles weg... Denn wir sind gut dreißig Leute gewesen an diesem Abend. Danke Ralf! Das war eine gute Idee!

Damit nicht genug, sagte Hermann plötzlich: "So, Freunde. Wir haben auch eine Überraschung für Euch: Elke und ich haben inzwischen geheiratet!" Da gab's großes Gejubel, das kannst Du Dir vielleicht vorstellen. Schließlich kennen wir die beiden schon lange! Und von unseren Jungvermählten (so jung ist das Paar nun auch wieder nicht) gab es für jeden der wollte, eine Tasse Sekt zum Anstoßen! Eine liebe Geste von den beiden, findest Du nicht auch?

Viel mehr wurde nicht getrunken, schließlich halten wir keine Saufgelage ab. Das weißt Du ja vielleicht. (Wenn nicht, solltest Du mal hinkommen - eine Kiste Pils reicht. Die kriegst Du bestimmt noch irgendwo reingestellt).

Unser Oberpeter brachte noch schnell und locker den unvermeidlichen offiziellen Teil mit uns durch, und dann wurde wieder erzählt und fachgesimpelt, dass die Outdoor-Redakteure vor Neid geplatzt wären. Und ich unterhielt mich mit Ralf und Katrin. Sie sind deswegen zu uns Einzelmitgliedern gekommen, weil sie unter anderem nur wenig Zeit zum Paddeln frei machen können. Wir alle sind den Vereinen für ihre Arbeit sehr dankbar. Aber bei Ralf und seiner Familie wäre das Verhältnis zwischen der Vereinsarbeit, dem Zeitaufwand dafür, und dem Vorteil für sie selbst, wahrscheinlich nicht so recht ausgeglichen. Denn wenn er was macht, dann macht er es richtig. Außerdem sind sie schon in einem anderen Verein engagiert. Und dann würde es ihm zuviel, das weiß er. Andererseits schätzt er die Unterstützung durch eine starken Verband, und er möchte gerne den Austausch und die Gemeinsamkeit mit anderen Paddlern. Da ist er bei uns natürlich genau richtig.

Am nächsten Morgen dann: strahlendster Sonnenschein! Wirklich! Und unsere gefiederten Freunde brüllten sich die Kehle aus dem Hals. Und das Ende April und in Schleswig-Holstein! Bei der Besprechung der Auto- und Fahrereinteilung sagte Hermann: "Du fährst einfach Richtung Plön/Lübeck. Hinter Plön kommt dann ein Hochhaus. Du kannst es nicht verfehlen. Es gibt nur eins. Dort ist der Parkplatz." Als wir dann an den beiden Hochhäusern ankamen, fuhr ich das kleine Auto meiner Frau auf den großen Parkplatz und stieg zu Manfred um. Wie es aussah, hatten wir ein Auto zum Nachholen zu wenig. Na, es ging dann doch. Wie, verrate ich lieber nicht...

Die Bootsfahrt ging vom Schwimmbad in Eutin über den Kellersee, den Dieksee und den Behler See nach Fegetasche. Der Pächter von der Gaststätte (mit Tretbootverleih) da unten am Steg in Malente ist fast verrückt geworden, ehe wir endlich mit unseren mehr als zwanzig Booten um seine Tische und Kellner herum eingebootet hatten. Sorry Pächter! Aber wir kannten leider die neue Einstiegstelle auf der anderen Seite der Straßenbrücke noch nicht. Zumindest bei uns wird es nicht mehr vorkommen.

Beim Anlanden in Plön gab es dagegen keine Probleme, weil da das Ufer ganz flach ansteigt. Peter K. aus T. machte das gleiche, was alle gemacht hatten: er gab Stoff, beschleunigte also und schob seinen Lettmann Maxi auf das Ufer. Und zwar vorne so hoch, dass ich mir nicht verkneifen konnte zu fragen: "He, Peter! Was ist das denn für ein Bootsdesign? Seit wann baut Lettmann denn auch Bananenboote?" Und jemand rief (ich glaube es war Rainer, der mit dem 44-kg-C3-Kanadier 'Kermit'): "Schnell! Schnell! Zieht ihn raus, sonst knickt der Kahn durch!" Das Boot hielt. Das spricht immerhin für das Material.

Die traditionelle Kaffeetafel am Nachmittag war - wie meistens - sehr lustig. Was da für ein Zeug erzählt wird! Schade, dass man nicht überall zugleich zuhören kann! Jeder hatte wieder selbstgebackenen Kuchen oder selbstgekaufte Kekse dabei. Die wurden auf die aneinandergereihten Tische gepackt und jeder konnte nach Herzenslust probieren. Es waren also ca. fünfzehn Tische mit etwa dreißig Paddlern und so grob geschätzt 2,5 Milliarden Kalorien. Also genug für alle!

Klasse fand ich es, dass Martha und ihr Karl-Heinz, und Gerhard mit seiner Lydia zu Besuch gekommen sind. Es scheint allen recht gut zu gehen. Das ist schön. Was Lydia mit Gerhards Schnarchen erträgt, ist schon eine schwere Prüfung. Aber er sagt: "Den leise tickenden Wecker darf ich nicht mit ins Schlafzimmer bringen, dann kann sie nicht mehr schlafen. Aber das Schnarchen stört sie nicht." Ein Zwischenruf von Peter aus Rendsburg: "Das ist doch gut so, Lydia. Dann weißt Du wenigstens, dass Dein Mann noch lebt." Und Gerhard sagte: "Da hast Du recht, Peter. Lydia bewegt sich kaum und man hört sie nicht. Ich muss morgens immer erst mal fühlen, ob sie noch warm ist."

An diesem Abend haben die neuen Einzelmitglieder Mike und Beate auch einen Einstand gegeben. Dazu ließen einige andere Spender Chipstüten kreisen. Nacheinander. So kriegt man selbst nicht so viele Kalorien ab.

Auf der Autofahrt mit Peter Krecker zur Einsetzstelle am Kleinen Plöner See, wurde wieder viel geflachst. Gerade Jochen (der Paddler mit dem "Hektograf") gab hier Sachen zum Besten, die ich so gar nicht erzählen darf. Und Wolfgang hat immer noch einen drauf gesetzt. Das war unschlagbare Situationskomik, die man miterlebt haben muss. Na, vielleicht bist Du ja beim nächsten Mal dabei.

Es war noch neblig. Du weißt wie es ist durch Frühnebel zu paddeln: Stille. Spiegelglattes Wasser. Vogelrufe. Ab und zu platscht es irgendwo und sonderbare Figuren und Umrisse tauchen aus dem Nebel auf, dass Du glaubst, Du wärst in die Jura-Zeit zurückversetzt worden und jeden Moment könnte ein Brontosaurusmaul auftauchen, das Dich abgrasen will. Stattdessen tauchte vor uns ein Kanadier aus dem Nebel auf. Zuerst kaum wahrnehmbar. "Ob die es mit der Angst kriegen, wenn sie unseren großen Pulk und unsere Übermacht vor sich sehen?", fragte ich. "Wir könnten jetzt die Fächerformation bilden und sie hineinlaufen lassen. Dann machen wir hinter ihnen dicht und entern", machte jemand den Vorschlag. "Gut! Vielleicht haben die ja Maibowle an Bord", sagte Admiral P. Wir ließen die Familie natürlich mit einem netten Gruß ihrer Wege paddeln. Harmlose Leute die wir sind. Es war eine sehr schöne Fahrt! Nachmittags kam die Sonne wieder hervor und wir tafelten erneut im Sonnenschein. Danach sind die ersten schon wieder abgereist. Sie wollten zu Hause in den Mai tanzen.

Am Abend durften die Jungs ein Maifeuer für uns machen. Der Pfadfinder Thomas und die Jungs von Ralf und Katrin versorgten das Feuer. Wieder ging was zu knabbern herum. Dieter, der Finne, bot jedem einige von den guten finnischen Bonbons mit Ethanol an. Wolfgang fragte, ob das Elchkacke wäre. Wenn so Elchkacke schmeckt, fahr' ich nächstes Jahr nach Finnland. Ein großes Thema waren die Schwanenkämpfe, die ein jeder von uns schon mal erlebt hat und sicher auch wieder erleben wird. Allein diese Geschichten zu hören, war es wert, dort zu sitzen und sich von Mücken zerlegen zu lassen. Die waren wie verrückt an dem Abend. Trotz Feuer. Die Mückengeschwader kamen aus dem Hinterhalt. Sie zogen allerdings die V-Formation vor. Kurz vor dem Ziel (Ohr, Wade, Nacken, Du weißt schon...), kippten sie über die linken Tragflügel ab um sich mit lautem Kampfgesumm auf die geschundenen Paddler zu stürzen und ihnen ihre Saugharpunen ins Fleisch zu rammen!

Abends hatte Manfred seine beiden kleinen Söhne abgeholt. Und Robin fragte ihn am Morgen des 1. Mai: "Duuu Papaaa?!"
"Ja, Robin?"
"Papa, was ist das für ein Tier?"
"Das ist kein Tier. Das ist Dieter. Der schnarcht noch in seinem Zelt."
"Schnarcht?"

Wie Manfred ihm das erklärt hat, weiß ich nicht.

Die letzte Paddeltour an diesem langen Wochenende, führte uns um die Insel herum, die vor dem Gelände des TSVK in der Schwentine liegt, und dann nach Kiel. Dorthin wo das Wehr zum Hafen ist. Aber wir setzten nicht über. Unterwegs wurde ich mehrmals mit "der Pressewart" tituliert. Das kommt, glaube ich, von Peter Krecker. War aber nicht so gemeint. Schließlich haben wir Einzelmitglieder so eine Funktion nicht. Ich sagte zu einem von ihnen: "Ich bin kein Pressewart! Das ist keine schöne Bezeichnung. Ich finde sie klingt so vereinsgesetzmäßig. So ... so deutsch!"
"Wie wäre es denn mit 'Schriftgelehrter'?"
Alle, die das gehört hatten, johlten. War ja klar...

Zum nächsten Mal musst Du unbedingt kommen! Wir treffen uns vom 15. bis zum 17. September 2000 beim Lüneburger-Kanu-Club. Aber melde Dich bitte vorher bei Peter Krecker an!

"Tschüs" sagt Werner!



Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein e.V.
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