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Frühjahrstreffen der Einzelmitglieder 2001
ein Bericht von Gudrun

Nach einem viel zu kalten Frühjahr mit verschneiten Ostern und einem verregneten 1. Mai hatte der Wettergott einiges an uns Paddlern wieder gut zu machen. Zum Treffen der Einzelmitglieder in Nordfriesland gab es deshalb Sonne satt mit 25 ° C im Schatten! In diesem Jahr trafen wir uns am Freitagabend auf dem Campingplatz "Eider- und Treenecamp" in Friedrichstadt an der Treene. Bis auf 2 Dauercamper hatte uns der Zeltplatzbesitzer, Herr Kleve einen separaten Platz direkt am Anlegersteg reserviert. Unser stellvertretender Obmann Peter Schmidt war schon ab 12.00 Uhr vor Ort und verteilte und organisierte die Stellplätze für die zahlreichen Zelte und Wohnwagen.

Mit großem Hallo begrüßten sich alle die sich schon von früheren Treffen kannten, und genauso freundlich und herzlich wurden auch die zahlreichen neuen Mitglieder aufgenommen. Am Ende waren wir 44 Erwachsene und 6 Kinder. Martha und Karl-Heinz mit ihrem VW-Bus (inklusive neuer Reifen) und viele bekannte und auch neue Gesichter waren zu sehen. Gegen 20.00 Uhr versammelten wir uns bei schönstem Wetter in einem großen Kreis auf dem Rasen und unser Obmann Peter Krecker stellte kurz den Ablauf des Wochenendes vor. Er überbrachte uns die Grüße von unserem finnischen Mitglied Dieter Moritz sowie Lydia und Gerhard Bunk. Leider konnten diese nicht anwesend sein, da Dieter und Gerhard erkrankt sind. Peter erzählte, daß Lydia das ICF-Wanderfahrerabzeichen in Bronze und Dieter Moritz sowie Helga und Hans Wenzel jeweils das goldene Wanderfahrerabzeichen erworben haben. Bei dieser Gelegenheit überreichte er Hans Wenzel noch die daszugehörigen Ehrengläser. Unsere neuen Mitglieder überraschten uns mit Bier, Saft, Rotwein und Knabbergebäck, das sie in unsere Kreismitte stellten. So wurde dann den ganzen Abend geklönt, gefachsimpelt, sich kennengelernt und die eine oder andere Fahrt geplant. Eingeweihte wollen wissen, daß die letzten den Kreis um ca. 00.30 Uhr verlassen haben sollen. Warum Manfred aus Vaalermoor auf einmal nur noch “Der Dröge“ hieß, konnte sich am nächsten Tag auch keiner mehr erklären????

Am nächsten Morgen ging es pünktlich um 9:00 Uhr los zur Einsatzstelle an der Treenebrücke bei Papenbrook. Ein verspätetes EM war gerade noch rechtzeitig zur Stelle, um sich in den Autokorso vor dem Campingplatz einzureihen. Die Gruppe war komplett, es konnte losgehen. Ein dänische Ehepaar, das auch mit einem Paddelboot unterwegs war und am Vorabend Kontakt mit uns geschlossen hatte, schloß sich unserer Gruppe an. Auf dem Weg zur Einsetzstelle kamen wir durch Seeth und Norderstapel, wo es viele schöne alte Friesenhäuser mit Reetdach zu sehen gab. Verfahren konnte sich diesmal keiner, dafür hatte Peter Krecker gesorgt und jedem Fahrer eine Wegbeschreibung mit Karte in die Hand gedrückt.

Diesmal gab es nach langer Zeit auch wieder eine Jungferfahrt! Thomas und Susanne flochten schnell einen Kranz aus Löwenzahn und Gänseblümchen, mit dem das neue Boot geschmückt wurde. Bei strahlend blauen Himmel und sommerlichen Temperaturen setzen sich schließlich 48 Paddler mit 41 Booten in Richtung Friedrichstadt in Bewegung. Kanadier, Wanderboote und Seekajaks in allen Formen und Farben , besetzt mit Familien mit Kindern, Rentner und natürlich auch den "Mittelalten" folgten den Mäandern der Treene. Mittags wurde nach halbem Wege auf dem Wasserwanderrastplatz bei Schwabstedt Pause gemacht. Im benachbarten Treenegrill gab es Eis und Pommes und auf dem Spielplatz an der Badestelle tummelten sich große und kleine Kinder (und ein paar ganz große Kinder waren auch dabei...). Ein paar von uns nutzten die Pause, um in dem idyllische Dorf spazieren zu gehen. Um 13:30 Uhr setzten wir uns wieder in Bewegung. Die Schnellen vorneweg und die Gemütlichen hinterher. Miriam hatte keine Lust mehr mit ihrer Mutter und ihrem Onkel im Kanadier zu paddeln und tauschte mit der kleinen Annemieke, die nach den ersten 7,5 Kilometern schon ziemlich müde Arme hatte. Sie saß zum ersten mal alleine in Kajak, und dann auch noch ohne Steueranlage. Folglich fuhr sie so manch' eine Schlangenlinie, denen die "Großen" aber immer ausweichen konnten.

Vor Friedrichstadt warteten wir, bis die Gruppe wieder komplett war. Dann querten wir gemeinsam die Treene. Hier ist nämlich ziemlich viel los auf dem Wasser, wenn sich Segler, Ausflugsschiffe und Grachtenfahrten vor dem Ostersielzug tummeln. In Friedrichstadt ging die Tour durch die Grachten zum Campingplatz. Wie die Grachten von Amsterdam nach Friedrichstadt kamen? Natürlich mit den Holländern, die mit ihren Kenntnissen im Wasserbau den Friesen unter die Arme griffen, die Treenemündung in die Eider nach Friedrichstadt zurück verlegten und so manch einen Koog rund um Stapelholm entwässerten. Am Steg vom Campingplatz angekommen, halfen wir uns gegenseitig, unsere Boote aus dem Wasser zu heben. Die kleine Miriam hatte tapfer bis zum Ende durchgehalten und alle gut gemeinten Angebote sich schleppen zu lassen, ausgeschlagen.

Nachmittags wurde auf dem Campingplatz die längste Klapptisch-Kaffeetafel Friedrichstadts aufgebaut. Und falls Du Deinen Klappstuhl mal vergessen hast, dann findet sich bestimmt jemand, der Dir aushelfen kann. Gesättigt von Kaffee und Kuchen verstreuten wir uns bis zum Abendessen. Ein Teil von uns ging in Friedrichstadt spazieren und bewunderte die zahlreichen Kirchen der verschiedenen Glaubensrichtungen. Mit der Garantie der Religionsfreiheit lockte Friedrich der Große (oder wars doch ein anderer Friedrich?) Zuwanderer und Emigranten in das neu gegründete Friedrichstadt. Viele dieser Glaubensrichtungen haben bis auf den heutigen Tag ihre Gemeinden in Friedrichstadt zusammen gehalten. Ein anderer Teil machte einen Spaziergang an der Eider, wo gerade das Wasser auflief. Die Eider bei Friedrichstadt wird durch die Nordsee von Ebbe und Flut beeinflußt. Tidefrei ist die Eider erst weiter stromaufwärts ab der Schleuse von Nordfeld.

Unser dänisches Ehepaar hatte Gefallen an der herzlichen Aufnahme im Kreis der EMs gefunden und lobte die gute Organisation der heutigen Gruppenfahrt. Zum Abschied versorgte Peter Krecker sie noch mit dem Sportprogramm des DKV und wünschte eine gute Heimfahrt. Die gute Organisation unserer Fahrt sollte den beiden noch einen großen Dienst erweisen. Denn nachdem sie nachmittags in Richtung Dänemark abgereist waren, standen die beiden abends wieder mit Auto, Boot und Zelt auf dem Campingplatz. Sie waren auf der Suche nach Ihrer Tasche mit Geld, Führerschein, Papieren und Ausweis. Sie hatten ihre Tasche nach einer Rast aufs Autodach gelegt und waren weitergefahren. Wenn Du schon mal beim Tanken den Tankdeckel, oder nach dem Einkauf die Einkaufstüten auf Deinem Autodach hast stehen lassen und losgefahren bist, dann wirst Du mit den beiden so richtig mitfühlen können. Nachdem sie den Verlust bemerkt hatten, sind die beiden den ganzen Weg wieder zurückgefahren und haben nach ihrer Tasche Ausschau gehalten - umsonst! Völlig enttäuscht richteten Sie sich also darauf ein, noch eine Nacht zu bleiben und bauten Ihr Zelt wieder auf. Wenig Später kam ein junger Mann, der jemanden zu suchen schien und sehr geheimnisvoll tat. Er suchte Paddler, denen er etwas bringen wollte ... und so kam es, daß Geldbörse und Eigentümer wieder zu einander fanden. Warum der junge Mann ausgerechnet zu dem Campingplatz nach Friedrichstadt kam? Na, er hatte doch die Anfahrtskarte von unserer heutigen Gruppenfahrt, die war nämlich in der Tasche bei den Papieren dabei. Ein Glück, daß es noch so hilfsbereite Menschen gibt!

Abends gab es im Grillpavillion am Campingplatz Kartoffelsalat mit Fleisch und Wurst von Herrn Kleve persönlich gegrillt. Als dann nach dem Essen mit Volksmusik zum Tanz aufgespielt wurde, zogen wir uns wieder zur gemütlichen Klappstuhlrunde rund um die Getränkevorräte zurück. Die Kinder servierten Chips, Knabberzeug und Getränke, so daß die Erwachsenen sich an diesem Abend gar nicht mehr zu bewegen brauchten. Als es dann dunkel wurde und man gar nicht mehr so genau erkennen konnte, was es noch alles gab, wurde sogar eine Speisekarte geschrieben! So manch' eine falt- und klappbare Idee (z. B. Klappgebüsche für Pinkelpausen in der baum- und straucharmen Marschenlandschaft Nordfrieslands) wurde bis zur Patentreife weiterentwickelt. Und wenn wir etwas mehr Unternehmergeist hätten, dann könntet ihr unsere innovativen Einfälle im Outdoor-Laden erwerben...

Bis zu dem Zeitpunkt, als die Getränketafel mit den Hinweis "Flensburger alle" vorbeikam, bin ich auch noch dabei gewesen....aber dann wurde es wirklich Zeit sich hinzulegen.

Am Sonntagmorgen starteten wir nach dem Frühstück um 9:30 Uhr bei bestem Sommerwetter mit den Booten direkt vom Campingplatz aus. Eine Grachtenfahrt in Friedrichstadt mit Abstecher auf die Treene stand auf dem Programm. In Friedrichstadt bewunderten wir die Holländer-Häuschen, bevor es dann weiter auf die Treene ging. Kaum hatte wir das Städtchen hinter uns gelassen, freuten sich die Vogelkundler unter den Paddlern über Watvögel, Seeschwalben und Greifvögel, die es immer wieder zu sehen gab. Die Mittagspause machten wir an der Brücke vor dem Polder bei Herrnhallig, dann ging es wieder zurück nach Friedrichstadt. Gegen 14:00 Uhr waren wir wieder auf dem Campingplatz, wo die ersten begannen, ihre Sachen zusammen zu packen. Vor der Abfahrt wurde aber noch gemeinsam Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Bevor wir auseinander gingen, wies Peter auf die Adventwanderung der Einzelmitglieder rund um den Großen Segeberger See am 2. Dezember hin und versprach, daß es im nächsten Jahr wieder eine Großgewässerfahrt und ein Herbsttreffen der EMs geben werden. Die Kinder wurden mit Wanderfahrtenbuch ausgezeichnet und vor allem auf die kleine Miriam und Annemieke waren wir alle sehr stolz (hatten sie doch am Vortag durch die vielen Schlangenlinien einen fast doppelt so langen Weg zurückgelegt wie alle anderen).

Bei schönstem Sommerwetter beluden wir unsere Autos, und mach' einer hatte viel mehr Lust, das Boot gleich wieder ins Wasser anstatt auf Autodach zu packen. Wir sehen uns wieder bei unserem nächstes Treffen im Dezember, bis dahin ein schöne Saison auf dem Wasser wünscht




Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein e.V.
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