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Herbsttreffen der Einzelmitglieder 2000
ein Bericht von Beate Stöver, Höki

Der September kam und es war wieder die Zeit für das Einzelmitglieder-Treffen. Wir machten uns alle (43 Teilnehmer/innen) auf den Weg nach Lüneburg. Mit einigen Ehrenrunden durch die Innenstadt kamen auch alle wohlbehalten am Vereinshaus des Lüneburger Kanu Clubs an. An dieser Stelle möchten wir, die wir durch die Stadt geirrt sind, uns bei unserem Chef (Obmann Peter Krecker) für die kostenlose Stadtrundfahrt bedanken. Er konnte allerdings nichts dafür, denn als er die Anfahrtsskizze erstellt hatte, war die eine Straße, an der wir alle “verzweifelten”, noch gesperrt. Es hat einigen auch nicht geholfen ein paar Einheimische nach dem Weg zu fragen, denn die wussten nicht wo das Vereinshaus bzw. das DLRG-Haus ist. Darüber hinaus hatte sich in diesem Jahr auch noch jemand bei Peter als Überraschungsgast für Gerd angemeldet und ihn zum Stillschweigen verpflichtet. Lothar aus Lauenburg wurde dann mit lautem Hallo begrüßt.

Nachdem wir uns alle häuslich eingerichtet hatten, ob Zelt oder Wohnwagen, trafen wir uns im Aufenthaltsraum und wurden dort von Peter Krecker offiziell begrüßt. Nachdem alles wichtige besprochen war, die Touren für Samstag und Sonntag, die Autofrage, die Brötchenfrage, die Planung für den Samstagabend usw., konnte endlich der gemütliche Teil beginnen. Es gab viel zu erzählen, denn in den vergangenen Monaten wurden zahlreiche Fahrten unternommen und Urlaubstouren gefahren. Die Bilder vom letzten Einzelmitglieder-Treffen im Mai machten die Runde und es wurden wieder einigen Geschichten erzählt, bei denen zu befürchten stand, dass wir am nächsten Morgen Muskelkater in der Bauchmuskulatur haben werden. Es fing an mit Nacktschnecken im Paddelschuh, weiter über unfreiwillige Wehrfahrten, bei denen zum Glück nichts passiert ist, bis hin zu Zwangsaufenthalten wegen zu starkem Gegenwind, der einfach zu stark war um dagegen an zu paddeln. Gegen Mitternacht waren auch die Standhaftesten im Bett/Schlafsack.

Am Samstagmorgen wurden alle mit heftigstem Gedonner und taghellen Blitzen geweckt. So gegen 6 Uhr ging es los. Es wurde sogar von einigen Herren gemutmaßt, dass in der Nähe ein Truppenübungsplatz sei, wo Schießübungen abgehalten würden. Als es zur Krönung des Ganzen auch noch anfing zu regnen, war auch dem letzten klar, dass es sich um ein Gewitter handelt. So hat aber keiner verschlafen und wir konnten uns gegen 9 Uhr auf den Weg nach Wichmannsburg machen, wo wir unsere Tagestour beginnen wollten. Susanne hatte eine kurze Tour extra für diejenigen angeboten, die nicht so weit paddeln wollen und/oder für Familien. Eine Familie sagte jedoch am Mittwoch ab und die andere kurzfristig am Samstagmorgen. So blieb noch Jutta über. Die beiden sind dann in Deutsch Evern eingesetzt und bis zum LKC-Bootshaus gepaddelt. Gegen 10 Uhr war dann die ganze Meute mit ihren Booten im Wasser. Die Kanadier wurden als erste auf die Strecke geschickt. Es war auch von Vorteil, dass die Ilmenau uns mit etwas Strömung unterstützt hat, so waren wir alle doch recht schnell unterwegs. Kurz vor unserem Rastplatz in Deutsch Evern an der Einsatzstelle war ein Baum vor kurzem quer über die Ilmenau gefallen und hatte einen Damm gebildet, so dass nur noch eine kleine Durchfahrt von etwa 2 m blieb. Dadurch verstärkte sich die Strömung wesentlich. Es wurde dann gemutmaßt, das irgendein Kanadier-Fahrer mit seinem Stechpaddel zu stark “gestochen” hätte und dass deshalb der Baum dort lag. Diese Annahme konnte sich aber nicht bestätigen. Während der ganzen Tour bis zur Pause hat es immer mal wieder aufgehört zu regnen. Doch als wir zum Rastplatz kamen, fing es natürlich erneut an zu tröpfeln. Einige Unentwegte blieben hartnäckig im Regen stehen, ein paar retteten sich unter die Bäume und die restlich suchten unter der Brücke Regenschutz. Der Spruch der Pause war: “Wenn ich hier noch länger stehen bleibe, wird mein Kaffee in der Tasse immer dünner, aber die Tasse niemals leer!!!!!!”

Einige ganz Verwegene hatten noch weiter oben an der Ilmenau, in Kloster Medingen, eingesetzt. Sie kamen dann auch nach einiger Zeit am Rastplatz an. Nachdem sich alle mit heißem Tee, Kaffee oder Säften und belegten Broten, Bananen, Äpfeln, Müsli-Riegeln und ähnlichen Dingen gestärkt hatten, sind einer nach dem anderen wieder gestartet. Bis auf einen. Thomas (13) wollte nicht mehr weiter mitpaddeln. Zitat: “Mir ist die Landschaft zu langweilig”. Er ist dann lieber bei Susanne im Auto zurückgefahren, die gerade mit Jutta kam um deren Auto abzuholen. Miriam (10) ließ sich überreden, auch die letzten 11 Kilometer mitzupaddeln. Mit Wiebke im 2er-Kajaks ging es dann auf die letzte Etappe. Wolfgang, Peter, Maik und ich haben das Schlusslicht gebildet. Als wir am Bootshaus des LKC ankamen, waren die anderen schon mit auspacken und dem säubern ihrer Boote beschäftigt. Nachdem alle fertig waren, sind wir nach Wichmannsburg gefahren, um die Pkws zurückzuholen. Als alle zurück waren, gab es endlich Kaffee und Kuchen. Viele hatten Kekse oder selbstgebackenen Kuchen mitgebracht. Nachdem sich alle gestärkt hatten, mussten einige ein Nickerchen gemacht (Zitat von P. K.: “In meinem Alter braucht man nicht mehr Pausen, aber sie werden immer länger!”) , andere sind spazieren gegangen oder haben sich anderweitig die Zeit vertrieben.

Um 18.30 Uhr haben wir uns getroffen und sind zum China-Restaurant “Lo” gegangen. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kleinen Umweg durch die Innenstadt von Lüneburg und haben uns die Salzschweine angesehen, die überall in der Stadt verteilt sind (das Gefängnisschwein, den Lünesaurus und wie sie alle heißen). Peter Schmidt hatte uns mit 40 Personen angemeldet. Es war eine sehr lustige Runde, leider waren wir auf 4 Tische verteilt, doch das ging aus Platzgründen nicht anders. Gegen 20.30 Uhr hatten dann auch die letzten ihr Essen vor sich stehen. Die Vorspeisen (Frühlingsrolle oder Gemüsesuppe) waren recht schnell da, da viele Menüs für mehrere Personen bestellt hatten (Nr. 306 für 6). Die Letzten verließen gegen 23 Uhr das Restaurant. Ein Lob an Peter Schmidt, das Restaurant war wirklich Spitze!! Nach der Rückkehr setzten sich noch einige Unverwüstliche in den Tagesraum und ließen den Tag noch einmal Revue passieren.

Der Sonntagmorgen kam und es begann mit Regen. Er ließ aber im Laufe des Morgens nach und wir konnten eine schöne und trockene Tour paddeln. Nachdem alle mit ihrer morgendlichen Prozedur und dem Frühstück fertig waren, machte sich die Gruppe fertig, die die Tour nach Hohensand mitfahren wollten. Ein Teil fuhr die Pkws nach Hohensand. Leider wurden die getroffenen Abmachungen nicht von allen eingehalten, so dass wir am Ende ein Auto zu wenig hatten um die Leutchen nach Lüneburg zurückzufahren. So musste Peter K. doch mit seinem Auto zurückfahren, was zur Folge hatte, dass bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag Susanne mit 2 Boote zurückbleiben musste und Peter somit doppelt gefahren ist.

Die Strecke von Lüneburg nach Hohensand hatte 2 Umtragestellen. Die erste ist gleich 500m (maximal) hinter dem Bootshaus des LKC am Wehr. Da auf der anderen Seite immer nur ein Boot ins Wasser gesetzt werden kann, hat das bei unserer Truppe einige Zeit in Anspruch genommen. Danach ging es in die Innenstadt. Mit leichter Gegenströmung fuhren wir zum Holzkran. Dort machten wir ein paar Fotos und betrachteten das imposanten Häuserfronten, die aus dieser Perspektive wesentlich höher aussehen, als wenn man oben neben dem Kran steht. Nachdem wir uns dann losreißen konnten, sind wir die Ilmenau weiter in Richtung “Schleuse Bardowick” gepaddelt. Am Sonntag wird die Schleuse nicht betätigt, so dass wir ein 2. Mal umtragen mussten. Dafür benötigte man aber keinen Bootswagen. Bevor wir wieder eingesetzt sind, haben wir noch eine kleine Pause gemacht. Ein Apfelbaum ragte mit seinen Zweigen über den Zaun und die ersten Äpfel waren schon heruntergefallen, das war für uns zu verlockend!!!! Es waren auch noch ein paar gute dabei. Hermann aus P. wollte sich damit aber nicht zufrieden geben und kletterte über den Zaun. Aber wie man so schön sagt: ”Kleine Sünden werden sofort bestraft!” Blieb er auf seiner Rücktour mit seinem Gummistiefel am Zaun hängen und lag im nächsten Augenblick wie ein Käfer auf dem Rücken. Es war wie in Zeitlupe und er versuchte, den Sturz noch aufzuhalten, aber das war nicht mehr möglich. So hatte er die Lacher auf seiner Seite und Elke freute sich über den kleinen Nachtisch. Nach dieser zirkusreifen Einlage konnten wir unseren Weg fortsetzten. Als wir dann in Bardowick unter der Klappbrücke durchfuhren, wurde “uns” ein Ständchen gebracht. Ein Spielmannszug spielte vor einer Kneipe. Im Ort war Erntedankfest und es gab einen großen Erntewagen-Umzug. Außerdem wurde eine “Wurzelkönigin” gekürt. Von uns Frauen wollte sich jedoch keine zu Wahl stellen, und die Männer waren auch nicht zu überreden. Danach ging es das letzte kleine Stück bis nach Hohensand. Dort wurden wir von einem kleinen kurzbeinigen Kläffer begrüßt, der sich gar nicht wieder beruhigen konnte. Gerd und Günther sind dann die ganze Tour wieder zurück nach Lüneburg gepaddelt.

Nachdem alle Boote verstaut waren, ging es über Umwegen nach Lüneburg zurück. Dort begann dann das große Einpacken. Gegen 15 Uhr waren die meisten so weit fertig, dass wir uns zu einer letzten Kaffeerunde versammeln konnten. Peter K. war wie immer mehr mit der Abrechnung beschäftigt, als dass er Gelegenheit hatte sich in Ruhe eine Tasse Kaffee zu gönnen oder ein Stück Kuchen zu essen, denn jeder wollte gerne bezahlen und das Fahrtenbuch loswerden.

Als kleines Dankeschön für seinen Einsatz bei der Vorbereitung dieses Wochenendes, bekam er von Barbara einen kleinen “Flachmann” (nehme ich an) in Geschenkpapier eingewickelt überreicht. Er bedankte sich und musste leider bemerken: “Die kleinen Flaschen trinkt immer Susanne!” Nachdem sich die meisten verabschiedet hatten, hat der harte Kern sich daran gemacht und das Vereinshaus in seinen Urzustand zurückversetzt.

Alles in allem war es wieder ein gelungenes Wochenende und wir waren alle trotz des Wetters froh, dass wir die Zeit gefunden haben, hierher nach Lüneburg zu kommen. Ein besonderer Dank geht auch an den 1. Vorsitzenden Jürgen Oetke und den Boosthauswart Werner Schultz vom Lüneburger Kanu Club, die es uns erst ermöglicht haben, unser EM-Treffen in Lüneburg zu veranstalten. Wir haben uns alle sehr wohl gefühlt und werden gerne noch mal wieder kommen.

Ich hoffe, es hat allen genauso viel Spaß gemacht wie Maik und mir. Bis zum nächsten Mal!


Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein e.V.
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