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Wind und Wellen an der Schlei
ein Bericht von Beate und Maik

Nun war es wieder soweit. Das Einzelmitglieder-Treffen 2005 fand am ersten Juni-Wochenende in Missunde statt und alle waren sie wieder da. 45 Einzelpaddler kamen im Laufe des Freitages angereist. Einige kamen etwas früher, um noch eine Runde auf der Schlei zu drehen. Achim war vor uns da, er wollte die Große Breite befahren, ist wegen zu starker Winde und Wellengang dann doch wieder zurückgekommen. Nachdem wir unser neues Spontan-Kauf-Baumarkt-Zelt aufgebaut und eingerichtet hatten, machten Maik und ich uns ebenfalls auf den Weg zur Großen Breite und siehe da, der Wind hatte sich gelegt und wir hatten nur noch schöne Wellen vor uns. Also bis zur Stexwiger Enge gepaddelt, eine kleine Pause gemacht und dann bei popo-glattem Wasser und strahlendem Sonnenschein wieder zurück nach Missunde. Es sollte der letzte richtige Sonnenschein für dieses Wochenende bleiben. Gut dass man das nicht vorher weiß.


Beate und Maik voll aufgeödelt auf 'nem Ententeich
Foto: Werner Münch


In der Zwischenzeit waren die anderen auch schon eingetroffen und waren vollkommen mit dem Aufbau der Zeltstadt beschäftigt, immer unterbrochen von großem Hallo und der Freude die Anderen wieder zu sehen. Es war auch äußerst wichtig bei Bärbel einen Schlüssel für das Waschhaus zu bekommen, natürlich nur gegen Vorlage eines 5-Euro-Scheins.

Hier eine kleine Anekdote von Werner M. dazu:
"Peter S. kam von den Wohnwagen her zu den Zelten zurück und rief schon von weitem in Richtung Bärbel: Gib nicht alle Fünfer raus!'
Ich fragte: 'Wofür braucht der Fünfer?'
Günter W. saß bei uns am Tisch. Er sagte: 'Für die Toilettenschlüssel. Dafür musst Du fünf Euro hinterlegen.'
Und Susanne W. sagte: 'Ich glaube, ich hab gar keinen Fünfer, nur Zehner.' Darauf ich: 'Tscha, dann musst Du wohl zwei Schlüssel nehmen...'"

Doch als das alles geklärt war, konnten wir uns nach dem Abendessen und einigen Anlaufschwie¬rigkeiten auf der Platzmitte einfinden. Eigentlich sollte es um 19 Uhr losgehen, aber Peter S. hatte den bösen Verdacht, dass es bald zu regnen anfing, also blies er auf seiner Pfeife schon früher zum Sammeln, jedoch nicht jeder nahm ihn Ernst und berief sich auf die abgemachte Zeit. Nachdem dann alle da waren, begrüßte er uns und sagte gleichzeitig die Gemeinschaftsfahrt ab, da Peter K. aus beruflichen Gründen nicht als Fahrtenleiter zur Verfügung stand. Dann stellte er das Programm vor und gab mal wieder seinen Standardsatz:" An der Einsatzstelle kann immer nur ein Boot gleichzeitig ins Wasser." Wir blieben noch kurz sitzen, aber der stärker werdende Regen zwang uns in die Zelte und Wohnwagen.
Als es nach einiger Zeit aufhörte zu regnen, machte Maik sich wieder auf den Weg zum Treffpunkt. So nach und nach kamen die meisten wieder aus ihren "Höhlen" gekrochen und gesellten sich zu uns. Es wurde noch eine lustige Runde, die unterschiedlichsten Leckereien kreisten mal in die eine oder andere Richtung. Ein flotter Spruch nach dem anderen flog von einer Seite zur anderen. Wie man das so kennt. Es wurden wieder neue, alte und noch ältere Geschichte erzählt. Wir hatten viel Spaß. Doch irgendwann trieb uns die Kälte in den wannen Schlafsack.

Die Nacht war sehr stürmisch und es regnete ohne Unterlass wie aus Eimern. Unser tolles Zelt, das wohl unter Normalbedingungen dicht gewesen wäre, ließ mit der Zeit den Regen in unser Zelt. Wir sind mitten in der Nacht in unser Auto umgezogen. Maik ist dann irgendwann wieder ins Zelt, als es aufhörte zu regnen, aber ich blieb warm und trocken im Auto - so ein Nissan Kombi ist schon praktisch.

Am nächsten Morgen hörten wir die Nachrichten im Radio und kamen überein, dass wir noch ganz gut weggekommen sind in dieser Gewitter-Hagel-Regen-Sturm-Unwetter-Nacht. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns bereit nach Loit zu fahren, um von dort die Füsinger Au zu paddeln. Nachdem die Pkws nach Winningmay umgesetzt waren, konnten wir die Boote einsetzen und los ging's. Durch den Regen der letzten Nacht war auch ziemlich viel Wasser und eine gute Strömung vorhanden. Als Peter vor 2 Tagen das Revier erkundet hatte, sah das noch ganz anders aus. Er erzählte was von einem Wasserstand von 20-30 cm, Verkrautung, kaum Strömung und wenig Wasser. Die Faltbootfahrer hatten schon Bedenken, dass sie sich ihren Boden beschädigen. Aber da war keine Rede mehr davon.

Als erstes wurden die Kanadier auf die Reise geschickt. Der Fluss schlängelt sich durch die Landschaft, vorbei an Kühen und Weiden die von tief hängenden Ästen abgelöst werden und dann wieder in freie Weidenflächen wechseln. Zum Teil blies der Wind ganz schön stark von vorne, was zur Folge hatte, dass Fred mit seinem "übervollen" Kanadier immer wieder quer stand, als wolle er nicht mehr hinten paddeln, sondern freie Sicht nach vorne haben. Kurz vor der Brücke bei Twedt hatte sich ein Baum quer gelegt und es war sehr schwierig einen Weg durch das Gestrüpp auf die andere Seite zu finden. Als erstes waren die Kanadier-Besatzungen von "Kermit" und "Happy" an der Stelle und hatten schon so gut sie konnten für eine Durchfahrt gesorgt. Die Kajaks kamen mit weniger Problemen durch. Der Kanadier von Fred legte sich quer und die drei hatten einige Schwierigkeiten, sich aus dem Gestrüpp zu befreien. Es ist aber keiner gekentert!

Und weiter ging es in Richtung Pausenstelle. Zuerst unter einer Brücke unterdurch, dann verstärkte sich die Strömung und da immer nur einer am Steg anlanden konnte, legten sich alle auf die andere Seite ans Ufer und warteten auf ihre Chance zum Ausstieg. Alle, nein ein paar verwegene fuhren am Rastplatz vorbei. Ein Unglücklicher kam nicht mehr zurück und musste ganz alleine Pause machen, Bärbel kämpfte sich wieder gegen die Strömung zurück und bekam von Maik den Wurfsack zugeworfen. Nur trieb sie quer und musste wieder loslassen. Dann bekam Peter sie am Bug zu fassen und zog sie dann mit Hilfe des Seils zurück zum Steg. Blieb noch am Baumstumpf hängen, aber alles ging gut und sie kam trocken an Land. Leider ist es Biggi nicht so gut ergangen. Sie griff ebenfalls das Seil von Maik, aber sie ließ nicht los als das Boot sich quer zu Strömung legte. Trotz der sofortigen Hilfe von Fred und Bernd hieß es ab ins Nass. Dann löste auch noch die Automatik-Rettungsweste aus. Das sorgte für reichlich Gesprächsstoff und verschiedenste Analysen wurden abgegeben, was man anders oder beim nächsten Mal besser machen könnte.

Als es weiter gehen sollte, ertönte ein Ruf: "IIIHHH, ein Frosch in meinem Boot". Das war die Stunde der Helden. Mit vereinten "Kräften" wurde der ungebetene Besucher aus dem Boot hinaus komplimentiert und es konnte endlich weitergehen. Nun ging es bei immer stärker werdendem Wind in Richtung Winningmay. Die Kanadier-Besatzungen verließen schon vorher die Boote und der Rest musste dann noch das letzte kleine Stück über die "Kleine Breite" zum Anleger in Winnigmay. Bei sehr starkem Wind kämpften wir uns ans Ufer. Achim und Maik wurden von den Wellen umgeworfen als sie versuchten zu drehen um anderen zur Hilfe zu eilen. Ich war bis zu dem Moment als ich dann die Spritzdecke öffnen musste noch trocken, aber leider kamen die Wellen in zu kurzen Intervallen, so dass ich von der Hüfte an nass war, aber egal. Hauptsache alle sind bei diesem "Sturm" gut durchgekommen. Die meisten Surfer hatten auch schon aufgegeben. Als wir alle auf dem Parkplatz standen, ging die Packerei wieder los, Bernd und ich mussten noch unsere Autos holen. Eigentlich war ja geplant, dass wir bis Missunde paddeln wollten, aber der Wind war einfach zu stark.

Eine zweite Gruppe hatte geplant die Schlei bis Lindaunis und zurück zu paddeln, aber daraus wurde auch nichts.3 Leute hatten schon am nächsten Campingplatz die Nase voll und brachen aus Sicherheitsgründen die Tour ab und paddelten gleich zurück. Der Rest fuhr noch bis Lindaunis und machte dort Pause. Als sie zurückwollten und sie beim Paddeln gegen den Wind nicht mehr vorwärts kamen, brachen auch sie ab. Sie hatten Glück und machten die Bekanntschaft eines netten und hilfsbereiten Mannes, der mit seinem Motorboot im Schlepp Hans nach Missunde fuhr, damit er den Rücktransport für alle organisieren konnte.


Foto: Werner Münch

Gegen 16 Uhr waren alle wieder wohlbehalten auf dem Platz zurück und die lange, obligatorische Kaffeetafel konnte gestartet werden.

Danach war Putz- und Flick-Stunde angesagt und der eine oder andere hatte auch eine Dusche nötig. Gegen 19 Uhr war Treffen im grünen Zelt angesagt, um die leckeren Forellen von Otto zu verspeisen. Es gab die unterschiedlichsten Varianten. Mit Bratkartoffel oder nur mit Meerrettich oder mit Schwarzbrot oder pur oder, oder, oder .....
Und mit Bier oder Wein oder Selter oder, oder, oder .....
Es war wieder ein lustiger Abend!!!!

Am Sonntag war es nicht mehr ganz so stürmisch und so konnte nach dem Frühstück die Drei-Noore-¬Fahrt starten. Es ging über das Missunder Noor ins Ornumer-Noor, das normalerweise nicht befahren werden darf, aber Otto vom SKC hat das für uns organisiert. Vielen Dank dafür und für die überaus leckeren Forellen. Danach befuhren sie noch das Brodersbyer-Noor.


Foto: Werner Münch

Alle waren begeistert von dieser Fahrt. Zu guter letzt haben wir dann noch die letzten Kuchenreste vertilgt und dann ging es endgültig ans Abschied nehmen. Aber spätestens im nächsten Jahr sehen wir uns wieder oder schon bei der Advent-Wanderung zum Kohlessen.

Bis dahin immer genug Wasser und nicht soviel Wind wünschen Euch Beate und der "einbeinige" Maik aus Rethwisch.

PS: Hermann, wir wünschen dir alle eine gute Besserung. Beim nächsten Mal freuen wir uns wieder auf "NØKKEN" und seine Besatzung.



Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein e.V.
http://www.kanu-sh.de/