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EINZELMITGLIEDERTREFFEN 2012
Zwischen riesigen Ostseefähren
und der "Passat"

15. - 17. Juni 2012 beim VKL Lübeck e.V. (Kanustation Priwall)

ein Bericht von Manfred

Endlich war es soweit. Bis auf einige kurze "Friedwasser"- Kaffeefahrten war ich in diesem Frühjahr noch nicht viel im Boot. Nun sollte die Paddelsaison mit dem Jahrestreffen der Einzelmitglieder richtig beginnen.
Wir trafen uns vom 15. bis 17. Juni auf dem Platz des VKL-Lübeck auf dem Priwall. Das Gelände liegt wunderschön auf einer Landzunge an der Mündung der Trave, wo die mächtigen, fast 200 m langen und 30 m breiten Ostseefähren "Nils Holgersson" und "Peter Pan" ein- und auslaufen, so dass auf unseren Campingtischen schon 'mal die Gläser wackelten. Auf der anderen Seite liegt der "Passathafen", ein Sportboothafen, vor dem als maritimes Denkmal die 101 Jahre alte Viermastbark "Passat" liegt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an den VKL, der uns nicht nur das Gelände zur Verfügung stellte, sondern sich auch um die Sondergenehmigung "Dassower See" gekümmert hat!

Einige Paddelfreunde waren schon vorher angereist und erkundeten gerade die mecklenburgische Küste östlich des "Passat-Hafens", als ich mittags eintraf. Im Laufe des Nachmittags kamen dann die übrigen Teilnehmer und wir konnten uns um 20.00 Uhr zur Tourenbesprechung treffen. Peter beschrieb das abwechslungsreiche, nicht ungefährliche Revier: reger Schiffsverkehr auf der Trave, große, offene Wasserflächen des Pötenizer Wieks und des Dassower Sees, der nur mit Sondergenehmigung entlang des Tonnenstrichs befahren werden darf - mit Wind und Wellen war also zu rechnen!

In der Ausschreibung im DKV-Sportprogramm wurde ausdrücklich "Großgewässerausrüstung" gefordert. Trotzdem waren einige Sportsfreunde mit nicht-abgeschotteten Wanderbooten ohne Auftriebskörper, einige sogar ohne Rettungsweste erschienen. Sie wurden von der Gemeinschaftsfahrt ausgeschlossen!

Jahrestreffen der Einzelmitglieder 2012 (Bild 1)
Foto: Peter Schmidt

Ihre Sachen packen und abreisen mussten sie jedoch nicht. Der Ausschluss bedeutete "nur", dass die Fahrtenleitung juristisch keine Verantwortung für sie übernehmen würde. Mit gepaddelt sind die Betreffenden dann wie sonst auch. Auch wenn es tausendmal gut geht... immer wieder geschehen schwere Unfälle, auch mit Todesfolge, durch leichtsinniges Verhalten oder mangelhafte Ausrüstung!

Die anschließende, relativ kleine Klönrunde, konnte trotz einiger Regentropfen im Schutz der kräftigen Bäume am VKL-Platz im Freien stattfinden. Wegen der geringen Anzahl Wohnwagenstellplätze und wegen der Großgewässeranforderungen, sind viele diesmal nicht gekommen (Canadierfahrer, Familien mit Kindern...). Von anderen regelmäßigen Teilnehmern wurden gesundheitliche Probleme berichtet, die sie am Paddeln hindern. Auch unser "Stamm-Chronist" Werner M., der in den Vorjahren die Berichte über unsere Treffen geschrieben hat, konnte diesmal aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Dabei gilt das Paddeln doch als gesundheitsförderlicher Sport, den man auch bis ins hohe Alter noch gut ausüben kann!?
Wir konnten uns auch über drei neue Teilnehmer/innen in unserer Runde freuen: Susanne und Bob sowie Frauke.

Am Samstag gegen 10.00 Uhr sollte es dann Richtung Dassow losgehen. Dreizehn Boote wurden zum Steg am "Passat-Hafen" hinunter getragen. Zwei Boote blieben am Zeltplatz liegen: Susanne, die sich besonders auf die Dassow-Tour gefreut hatte, war über Nacht fieberhaft erkrankt. Sie und Bob verabschiedeten uns noch, machten ein paar Fotos und fuhren dann wieder heim.

Wir fuhren links des Fahrwassers zum Pötenizer Wiek und dann in den Dassower See, der eigentlich kein See ist sondern eine Brackwasserbucht, von der Ostsee durch die Halbinsel Priwall getrennt. Der "See" gehört zur Stadt Lübeck, die gesamte Uferlinie bildet die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern und war zu DDR-Zeiten Sperrgebiet. Mit den beiden Inseln und den Rörichtbeständen wurde er zur Heimat von 30 Entenarten und wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet für nordische Wasservögel. Seit 1983 steht er als eines der größten Vogelschutzgebiete Deutschlands unter Naturschutz.

Jahrestreffen der Einzelmitglieder 2012 (Bild 2)
Foto: Susanne Steenbuck

Der Westwind über der offenen Wasserfläche sorgte für kräftige seitliche Wellen. Einige Sportfreunde hatten ihren Spaß daran, andere hatten zu kämpfen und freuten sich auf die Pause im kleinen Dassower Hafen. Nach einer knappen Stunde wurde zum Wiederaufbruch getrötet.
Auch während der Rückfahrt zeigte sich der Seeadler nicht, von dem Peter am Vorabend berichtet hatte. Sonst soll der Adler immer eindrucksvoll vor dem staunenden Paddler herabstoßen und sich mit einem riesigen Fisch in den Fängen wieder in die Lüfte schwingen. - Das hätte ich auch gern 'mal bewundert! Aber auch so hatten wir eine schöne Tour: wir allein auf der weiten Wasserfläche mit den naturbelassenen Ufern.

Als wir gegen 15.00 Uhr alle wohlbehalten zurück waren, reihten wir unsere Campingtische zu der traditionellen Kaffeetafel aneinander. Natürlich hatten alle guten Appetit auf die leckeren, meist selbstgebackenen Kuchen (es gab auch Schmalzbrote). Anekdoten von früheren Fahrten und Pläne für zukünftige Touren machten die Runde. Alle Kuchen konnte ich nicht probieren, denn wir waren für 18.00 Uhr in der Seglerbörse zum Abendessen angemeldet. Auch hier wurden die hochkalorischen Speisen bevorzugt. Manche Paddler meinen ja: "Das schönste an unserem Sport, ist der Hunger danach." Die abschließende Klönrunde wurde ins VKL-Vereinshaus verlegt. Es regnete.

Sonntagmorgen starteten wir wieder um 10.00 Uhr, diesmal Richtung Niendorf. Wegen des Nordwestwindes hatten wir uns für die Tour im Windschutz des Brodtener Steilufers entschieden. Gut geschützt konnten wir nah am Ufer paddeln, das klare Wasser und die Grundsicht genießen. Auf Badende oder Sonnenanbeter brauchten wir wegen des kühlen Wetters keine Rücksicht zu nehmen und konnten problemlos am Niendorfer Strand anlanden. Die Entspannung bei unserem kleinen Imbiss wurde nur durch die hier allgegenwärtigen Hundespaziergänger gestört. Die Hunde interessierten sich zwar sehr für unsere Pausenbrote, Übergriffe und Proviantdiebstahl wie bei unserem letzten Treffen in Bergedorf (siehe Vorjahresbericht von Werner M.) gab es zum Glück nicht.
Bei unveränderter Windrichtung konnten wir auch die Rückfahrt geschützt entlang der schönen Steilküste paddeln. Am Zeltplatz gab es dann wie immer eine frühzeitigere Sonntagskaffeetafel. Die Zelte waren inzwischen auch wieder getrocknet und konnten abgebaut werden.

Wir freuten uns auf ein Wiedersehen zur Adventswanderung im Himmelmoor bei Quickborn oder beim EM-Treffen im nächsten Jahr.


Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein e.V.
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