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EINZELMITGLIEDERTREFFEN 2013
Donnerschlag!
14. - 16. Juni 2013 beim GWW Preetz e.V.

ein Bericht von Werner A. Münch

Manfred und ich erreichten gegen Mittag des 14. Juni 2013 das Vereinsgelände des GWW Preetz. Der Verein bot uns in diesem Jahr die Möglichkeit, dort unser Treffen abzuhalten. Unerklärlicherweise schien die Sonne von einem freundlichen Himmel und Peter, Bärbel, Dirk, Monika, Elke und Walter begrüßten uns herzlich. Ein großes Dankeschön geht an den Verein, insbesondere an Walter und Elke, die sich sehr um unser Wohl gekümmert haben. Manfred fragte sie, wo die Morgensonne hin scheint, um sein Zelt entsprechend aufzubauen und sie wiesen auf die rechte Seite. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass die Morgensonne von dort scheint und nicht dort hin! Dafür war es an der Stelle unter der Birke feucht und vermoost. Das war schön weich, und im Gegensatz zur trockenen Seite, gab es keine einzige Ameise.

Jahrestreffen der Einzelmitglieder 2013 (Bild 1)
Foto: Werner A. Münch

Als wir zu einer kleinen Nachmittagsrunde aufbrachen, staunten Manni und ich über den hohen Wasserstand der Schwentine. Das Wasser reichte fast bis an den Weg, sodass man nicht unbedingt einen Rollator für das Boot brauchte. Die Stege waren nur über Stege zu erreichen (man hatte einige Paletten davor geklemmt). Ursache soll die Sperrung des Wehres in Raisdorf gewesen sein und die gleichzeitige Öffnung eines Wehres oberhalb von Plön. Das ist aber mehr eine Vermutung und stammt von der Wirtin der Gaststube am Campingplatz, wo wir am Samstag essen würden. Der erhöhte Wasserstand hatte die uns bekannten Strömungsverhältnisse der Schwentine ganz schön verändert! Und unter die Preetzer Brücken kam man meist nur wie so 'n Limbo-Tänzer unter der tief liegenden Stange hindurch.

Vor 19 Uhr waren die meisten Teilnehmer bereits eingetroffen und hatten ihre Zelte aufgebaut. Es war sogar schon eine Mini-Kaffeetafel vorausgegangen, von der aus einige Paddler übergangslos auf Bier wechselten. Nicole und Matthias, die wir in Bergedorf zum ersten Mal gesehen haben, waren wieder dabei und das freute uns. Helmut E. und Sigrun mit dem verschmitzten Lächeln, beehrten uns ebenfalls wieder. Klaus, den wir in Kolmar kennengelernt haben, baute sein Zelt in der vorletzten Lücke auf. Zwei andere Einzelmitglieder sind dagegen bisher noch nie bei einem Einzelmitglieder-Treffen dabei gewesen: Helmut B. und Thomas F. Helmut ist schon so lange Einzelmitglied, dass er selber nicht mehr weiß wie lange, und seinem Boot sieht man an, dass es ein älteres Modell ist, aber im Gegensatz zu Helmut, sieht es noch aus wie neu. Er sagt, er kommt mangels Begleitung nur selten zum Paddeln. Thomas hat vor ein paar Wochen Hans und Helga beim Paddeln getroffen und wurde von ihnen überzeugt, dass er an unserem Treffen teilnehmen möchte. Er hat eine tolle Kamera, die er auch auf's Boot basteln kann und die jede Minute ein Foto mit GPS-Daten speichert. Nach einer Tour kann man diese damit nahezu lückenlos nachvollziehen.

Jahrestreffen der Einzelmitglieder 2013 (Bild 2)
Foto: Feddersen

Nach dem Abendessen, bei dem der Wind Bärbels Kochtopf mit der brodelnden Suppe umwehte, trafen wir uns zur offiziellen Begrüßung und Fahrtenbesprechung. Anschließend bekam Birgit das Goldene Wanderfahrerabzeichen von Peter Schmidt, dem Ältermann der Einzelpaddlergilde, überreicht. Für diese Leistung hast du unsere Hochachtung, Birgit!

Am EM-Treffen 2012 konnte ich wegen einer lädierten Schulter leider nicht teilnehmen, doch in diesem Jahr war es mir mit leichten Einschränkungen wieder möglich zu paddeln. Aber unglücklicherweise bin ich eine Woche zuvor auf den rechten Arm gestürzt. Ich bot wegen meiner verletzungsbedingten Einschränkungen an, als Schlagmann in Rainers Canadier mitzupaddeln. Ich selbst hätte es dadurch etwas leichter, und Rainer müsste nicht auf die Tour bis ganz nach Plön verzichten. Die anderen bräuchten dann auch nicht so oft auf den Canadier zu warten. Die Idee wurde gern angenommen, auch wenn der Spott uns zur "Behindertenbeförderung" nach Plön machte.

Wir saßen noch bis nach 23 Uhr draußen und wie immer kreisten kalorienreiche, bunte, klebrige oder knusprige Leckereien. Speziell die Salzstangen mussten zügig weg, ehe sie an der Luft weich werden konnten. Dirk meinte, er habe irgendwo gelesen, dass Biergenuss Alzheimer fördern soll. Aber das hat er gleich wieder vergessen und sich noch 'ne Flasche aufgemacht. Elke schwärmte von der Wirksamkeit einer speziellen Weihrauchsalbe bei Muskel- und Gelenkproblemen. Wir gingen etwas abseits (trotzdem bekamen es genug Leute mit) und sie rieb meine Schulter damit ein. Es half wirklich und ich vermutete, wir würden morgen mit dem Kanadier immer ganz vorne fahren. Die Behandlung hat sie während des Treffens mehrfach wiederholt.

Der Samstagmorgen war angenehm. Es war einer der immer seltener werdenden Morgen, an denen man aufwacht und nichts tut weh. Aber das sollte sich im Tagesverlauf ändern... Beim Frühstück tauschten Helga und ich Scheiben selbst gebackenen Brotes aus. Dirk beklagte sich bei Elke aus seinem Nachbarzelt, dass er vom Knacken ihrer Knochen geweckt geworden sei, als sie sich beim Aufwachen reckte. Und dies, obwohl sie sich täglich von Walter mit der Weihrauchsalbe behandeln lässt.

Punkt zehn Uhr ging es los nach Plön. Gegen den 4-Beaufort-Wind aus südlichen Richtungen und die erhebliche Gegenströmung. Rainer und ich bekamen einen Vorsprung und arbeiteten uns über den Nordteil des Lanker Sees. Wegen der Windrichtung und der Wellen steuerte Rainer am Appelwarder vorbei und dann südostwärts. Mit mir vorne drin, hatte er erhebliche Mühe, den Kahn zu steuern. Darum suchten wir nach dem Kronsee eine Stelle zum Plätzetausch und fanden sie im überspülten Auwald auf einer mehrstämmigen Erle. In einigen Booten wurden die Kameras gezückt, weil man hoffte, gleich etwas Lustiges zu sehen. Daraus wurde aber nichts. Das freute mich wiederum. Fortan ging es besser, denn ich bin einiges schwerer als Rainer. Wegen des hohen Wasserstandes, waren alle bekannten großen Pausenstellen unzugänglich, und einige Paddler klagten über deutliche Anzeichen von Skorbut. Gelegentlich fand sich für einzelne, die unter Dranginkontinenz leiden, eine Stelle zum Austreten. (Daher wahrscheinlich der Begriff "Trittstein"?). Ansonsten hieß es Sitzfleisch haben! Es dauerte gut drei Stunden, ehe wir die Badestelle in Plön erreichten. Dort schaute ich auf Wunsch von Peter Schmidt im Internet nach dem aktuellen Wetterbericht und las: "Am Nachmittag Gefahr schwerer Gewitter mit Starkregen und Sturmböen bis 9 bft. Im Mittel 7."

Daraufhin verkürzte Peter die Rast und ordnete den sofortigen Aufbruch an. Und tatsächlich erreichten die meisten Kajaks gerade noch so das Bootshaus, bevor das Unwetter losbrach. Wir im Canadier, ein Schleppverband aus zwei anderen Booten, sowie Peter als Nachhut, schafften die letzten 400 Meter bis zum Bootshaus nicht mehr. Die Insel Probstenwerder am Ausfluss Richtung Preetz, bot uns im letzten Augenblick Deckung. Wir hatten kurz zuvor zwei Mietkanadier mit Jugendlichen beobachtet, die verbotenerweise auf der Sonneninsel landeten und einen Bierkasten an Land setzten. Die Gruppe hatte die Insel aber anscheinend wieder verlassen und sie kämpften jetzt auf freiem Wasser gegen den Sturm und den waagerechten Regen. Statt zu uns in die Deckung zu kommen, versuchten sie, das Festland zu erreichen. Ein Blitz zuckte ganz in der Nähe und es gab fast zeitgleich einen ungeheuren Donnerschlag! Bald danach hörten wir viele Martinshörner herannahen.

Jahrestreffen der Einzelmitglieder 2013 (Bild 3)
So etwa... Nordteil Lanker See, Blick nach Süden
Foto mit Montage: Werner A. Müch

Als die Blitze nur noch weit im Osten zuckten, wagten wir uns aus dem Schutz hervor und sahen viele Rettungsfahrzeuge mit blinkenden Blaulichtern am Ufer beim Segelclub Preetz stehen. Es wurde mit einem Landungsboot hantiert und es gab einiges Gerenne am Ufer. Wir dachten uns schon, dass der Einsatz wegen den Jugendlichen in den Mietkanadiern abläuft. Im Internet fand ich später auf der Seite der Feuerwehr Preetz die Meldung, dass ein Boot mit vier Insassen gekentert war. Aber die hatten das Ufer aus eigener Kraft erreicht und der Einsatz wurde abgebrochen. 32 Hilfskräfte waren gut eine Stunde im Einsatz! Aber es ist ja alles noch mal gut gegangen. So wie bei uns. Wenige Minuten später erreichten auch wir das Bootshaus - so nass, als seien wir gekentert! Es gab etwas Gewese, bis alle umgezogen waren, weil es nur eine Dusche gibt und zugleich witterungsbedingt im Bootshaus für die Kaffeetafel gedeckt wurde, weshalb dutzende Leute hin und her und rein und raus liefen. Für zehn weitere Paddler war drinnen leider kein Platz mehr und darum bildete sich auf der nassen Wiese ein Ableger der Kaffeetafel. Im Sonnenschein!

Abends wanderten diejenigen, die sich zum Abendessen angemeldet hatten, zum Bootshaus des Kanucenter Preetz-Plön, und wurden schnell und bestens organisiert bedient. Die Portionen waren reichlich bemessen und geschmeckt hat es allen. Jedenfalls habe ich niemanden meckern hören. Bier auf Schuh gab es diesmal auch nicht. Auf den Platz zurückgekehrt, stellten wir die Stühle im Kreis auf, um das Bier von Dirk und Monika zu trinken, das sie für ihre neuen Boote ausgegeben haben. Falls Dir dieser Text bekannt vorkommt: Ja, das stimmt. Sie haben nun zum dritten Mal neue Kajaks (die Vorgänger haben sie auch alle noch!). Mit Walters Einverständnis entzündete ich inmitten der Bier- und Weinrunde ein uraltes, völlig ausgetrocknetes "Schwedenfeuer". Das Holz stand auf Teilen eines Eisengrills. Es qualmte anfangs wie ein Schlot und die Rauchfahne drehte sich langsam, sodass jeder mehrmals in den Genuss eines mückenfreien Augenblicks kam. Manche litten allerdings unter Atemnot und verlangten röchelnd nach Sauerstoff.

Ja..ja.. der Mensch und das Feuer - viele hatten ihre Freude daran. Rainer versuchte, die Flamme länger in Gang zu halten und fragte, wer noch ein altes Holzpaddel zum Verfeuern hat. An der letzten Glut enthaarte Wolfgang seine Füsse und wärmte sie auf. Am nächsten Morgen sahen wir, dass die Wiese unter dem Feuer doch gelitten hatte. Das tat mir leid. Aber Walter transplantierte ein passendes Rasenstück aus dem hinteren Teil des Zeltplatzes.

Am Sonntag legten wir gegen zehn zur Kurzstrecke Richtung Kiel ab. Ich aber wieder im Kajak, obwohl Rainer und ich ein Super-Canadier-Team sind. Die Straßenbrücke in Preetz erwies sich als einigermaßen unterfahrbar. Zur Not hätten wir sie mit dem "Hans-Trick" unterquert. Für Hans ist es eher der "Gerhard-Trick" (nach unserem früheren Obmann Gerhard Bunk). Frag Hans beim nächsten EM-Treffen. Er gibt es gern an Interessierte weiter. Zunächst waren wir ja mit 4er-Rückenwind und mit Strömung unterwegs, aber man muss eben auch wieder zurück. Und mein Boot fuhr etwas holprig übers Wasser. Ich muss wohl mal ein paar PE-Späne abschaben und Schrammen glätten, dann kann ich wieder besser mithalten. Hans-Peter und Birgit fotografierten eine Schildkröte, die sich auf einem überhängenden Ast sonnte.

Jahrestreffen der Einzelmitglieder 2013 (Bild 4)
Foto: Feddersen

Es ist wahrscheinlich eine Höckerschildkrötenart (Graptemys). Die sind aus den USA. Es soll noch mehr Schildkröten an der Schwentine geben - wo auch immer sie herkommen. Nach ca. 5 km gab es einen nicht überfluteten Pausenplatz. Hier blieb ein Teil der Boote zurück und man versprach zu warten, bis der andere Teil, der noch 2,5 km weiter paddeln wollte, wieder da wäre. Bis zu unserer Rückkehr von der Sonntagsfahrt war es trocken geblieben, aber kaum begannen wir unsere Sachen zu verpacken, begann es zu regnen und schnell wurde er zu einem heftigen Landregen. So wie man es von EM-Treffen kennt. Nach der Kaffeetafel im Bootshaus - seeehhhr eng, aber dafür kuschelig! - blieb uns nichts anderes übrig, als klatschnasse Zelte abzubauen.

Ich hoffe, alle Teilnehmer sind wohlbehalten in ihren Heimatrevieren angekommen. Ich möchte mich noch im Namen aller Teilnehmer bei Peter und Bärbel für die Organisation dieses schleswig-holsteinischen Einzelmitgliedertreffens und für die sichere Fahrtenleitung bedanken.

Tschüs dann, bis zum nächsten Mal. Vielleicht sehen wir uns aber schon vorher bei der Adventswanderung am 01. Dezember in Bad Bramstedt? Wär' schön! .


Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein e.V.
http://www.kanu-sh.de/