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EINZELMITGLIEDERTREFFEN 2014
Peterchens Bootsfahrt
13. - 15. Juni 2014 beim Rendsburger Kanu-Club e.V.

notiert von Werner A. Münch, Brunsbüttel

Manni und ich fuhren am Freitag, dem 13.06.2014 mit gemischten Gefühlen zum Rendsburger-Kanu-Club. Nicht wegen des Datums, sondern weil es das letzte offizielle Treffen sein würde, das Peter und Bärbel Schmidt für die Einzelmitglieder im Landeskanuverband Schleswig-Holstein organisiert haben. Peter übergibt ja das Paddel am Jahresende an mich.

Peter zeigte nicht, wie er sich dabei fühlt, dass dieser Lebensabschnitt für ihn langsam zu Ende geht. Vielleicht ist er sogar froh, den wilden, kaum zu zähmenden Haufen los zu sein? Er scherzte wie immer mit uns, und sogar den obligatorischen Regenguss hat er nicht vergessen.

Dieses Mal kamen 24 Einzelmitglieder und unsere Dauer-Gastteilnehmer Elke und Walter aus Preetz. Elke gab schon am Nachmittag eine Flasche Ramazzotti in die Runde. Die frische Forelle, die sie vorher per Boot beim Fischer Brauer geholt hat, jedoch nicht. Weil es schnell kühl wurde und ein heftiger Wind von 5 - 7 Bft die Pappel (Espe oder nicht Espe?) so laut rauschen ließ, dass man sein eigenes Wort nicht mehr hörte, gingen wir ins RKC-Bootshaus. Dort erklärte uns Peter, wie er sich das Wochenende vorstellte und welche Fahrten er sich mit uns vorgenommen hat. Unter anderem wird der LKV jedem ein bis zwei Fischbrötchen beim Fischer Brauer am Kanal spendieren! Dorthin würden wir aber erst am Sonntag paddeln. Das war quasi eine Wiedergutmachung für das ausgefallene Fischbrötchen-Essen im Herbst 2002. Die "Fischbrötchen-Story" von Beate kannst Du im Archiv nachlesen. Nach dem "offiziellen Teil" ging der Klönschnack wieder los und zwar in einer Lautstärke, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand.

Jahrestreffen der Einzelmitglieder 2014 (Bild 1)
Foto: Werner A. Müch

Samstagmorgen war es nur 13° C "warm", als wir um Zehn startklar vor der Uferbefestigung im Obereiderhafen dümpelten und uns die Fahrtenanweisungen von Peter anhörten. Wir sollten in hundert Meter Abstand zwei Gruppen zu je drei Booten nebeneinander und drei Reihen hintereinander bilden und in dieser Formation, möglichst nahe des Ufers, auf dem Kanal nach Nübbel paddeln. Peter, das ist das Leuchtkäferchen (wie Monika ihn wegen seines grellgelben Hemdes bezeichnete) in der rechten Bildmitte, versuchte, genaue Anweisung zu geben, wie wir uns zu verhalten hätten. Dann gab er es auf und es ging erst einmal runter bis zum Nord-Ostsee-Kanal. Dort meldete Peter unsere aufgeteilten Gruppen bei der Verkehrszentrale in Brunsbüttel an.

Inzwischen schien die Sonne, der Wind war schwach, keine Angler am Ufer, aber auch kaum Schiffsverkehr auf dem NOK. Unter der alten Schwebefähre von Rendsburg hindurch, paddelten die beiden Gruppen in mehr oder weniger erfolgreich eingehaltenen Formationen nach Nübbel. Am Slip machten wir die Pause und Peter meldete uns bei der Verkehrszentrale in Brunsbüttel wieder ab: "Ihr könnt den Kanal wieder frei geben! Wir sind vollzählig in Nübbel wieder runter!"

Per Bootswagen legten wir die etwa 400 Meter Fußweg zur Eider zurück. Als unser Bootspulk los schob, fragte mich eine Radwanderin: "Was machen Sie denn da?" Ich fand die Frage etwas unklar formuliert und antwortete: "Na, Boot fahren!" Sie schaute etwas verdutzt zurück und geriet ins Straucheln. Die weitere Tour auf der Eider zurück nach Rendsburg, war bei dem herrlichen Sonnenschein ein wahrer Genuss! Beim Schwimmbad ging es nacheinander in den Stichkanal und dort gab es das Aussetz-Gewusel und anschließendes Boote auf die Bootswagen zurren. Wenn man eigentlich ein zurückhaltender Mensch ist, der nach Möglichkeit nicht auffallen will, dann war man heute am falschen Ort: Es ging nämlich in langer Bootswagenkolonne in voller Paddelmontur mitten durch die Rendsburger Fußgängerzone, zur besten Einkaufszeit, wobei zu allem Überfluss auch noch Markt war! Ich beobachtete, wie manche Passanten unsicher wegschauten und so taten, als sähen sie uns nicht, während andere die Handys zückten und das eindrucksvolle Schauspiel fotografierten. Das Einsetzen am Yachthafen in den Obereiderhafen war eine sehr spezielle Angelegenheit und so mancher schöpfte beim Hinsetzen ca. zehn Liter Wasser und ein paar Algen. Anderen schien das insgesamt zu unsicher und sie schoben darum ihre Boote über öffentliche Wege weiter zum RKC-Gelände. Beim heutigen "Sahne-Wetterchen" gab es passend dazu die Kaffeetafel mit viel Sahne in Form von Torten und aus Druckbehältern!

Abends, nach dem Restaurantbesuch, saßen wir lange in einer großen Runde unter der Pappel (bzw. Espe?) und tranken Bier, das Peter und Bärbel als Ausstand und Helmut, der Bruder von Rainer, als Einstand ausgegeben haben. Dazwischen wurde mit neuem Ramazzotti von Manni und Wolfgang geschmacklich abgerundet. Wolfgang wünschte Dirk, dass sein Bart davon wieder etwas Farbe bekäme. Ob er eine Pigmentierung von innen her, oder äußerlich meinte, sagte er nicht. Das wiederum passierte Manfreds letzter sauberer Hose. Dirk beneidete Manfred, weil dieser nachts den Ramazzotti aus der Hose saugen könne, während er, Dirk, keinen mehr hätte. Ich bin sicher, dass Manfred ihm die Hose überlassen hätte, wenn er ihn darum gebeten hätte. Der Sonnenuntergang und die Dämmerung waren herrlich anzusehen und einige von uns saßen auf den Bänken am Wasser und genossen den Anblick. Gänse zogen über uns hinweg und vervollständigten das schöne Bild.

Der Sonntag begann noch schöner als der Samstag! Als ich von der Körperpflege zurück kam, zogen unter dem großen Baum (Pappel) langsam Nebelschwaden durch die Luft. "Oh! Frühnebel!", sagte ich zu Wolfgang und Helmut, aber die rauchten nur ihre Frühstückszigaretten und ließen so diesen romantisch wabernden Nebel entstehen.

Wieder pünktlich um zehn Uhr starteten wir in Richtung Nord-Ostsee-Kanal und paddelten "links" an der Rader Insel vorüber. Hier konnten wir uns die Kragenkonstruktionen anschauen, die man letztes Jahr an die Pfeiler montiert hat, damit die Brücke für schwere LKW wieder benutzbar wird. Wo der Seitenarm wieder auf den Kanal trifft, sind die Fischzuchtkäfige zu sehen. Schon von weitem sieht man Kormorane und Möwen dort herumfliegen. Aber sie haben eigentlich kaum Chancen an Fische zu kommen, weil die Becken mit grobmaschigen Netzen abgedeckt sind. Das ist, als kreiste man um den Eismann am Strand und hat kein Geld dabei. Heute flog sogar ein Seeadler über das Gebiet! Nur relativ klein gegen den blauen Himmel zu sehen, aber eindeutig. Auch der Adler flog unverrichteter Dinge wieder davon. Da waren wir besser dran: Wir kriegen Fischbrötchen - ohne Geld! Also querten wir das Fahrwasser und stiegen am glitschigen Ufer mehr oder weniger mühselig aus. Peter hatte uns draußen Tische reservieren lassen und weil wir bei Bärbel gestern eine Vorauswahl getroffen hatten, konnten die Kellner uns in Windeseile bedienen, was einige Paddler jedoch nicht hinderte, alles wieder durcheinander zu bringen, weil sie nicht mehr wussten, was sie bestellt hatten. Wir genossen es, in hellem Sonnenlicht und bei warmem Wind den spendierten Fisch zu essen. Ich dachte an Beate und Maik, die ihre Chance, doch mal ein Fischbrötchen zu kriegen, leichtfertig haben verstreichen lassen. Bei unserem Einbooten schauten Fischbrötchen mampfende Menschenmassen zu, aber daran sind wir ja inzwischen gewöhnt.

Wieder zurück, gab es Tasskaff und Kuchen an der langen Tafel unter der Pappel (Espe?), was die Gefahr eines Sonnenbrandes etwas milderte. Peter freute sich, dass sein Abschiedstreffen so gut verlaufen ist und verabschiedete sich von uns - bis zur Adventswanderung, wo er seinen endgültigen Abschied vom Amt des Obmanns nimmt. Er war seit 1991 Einzelmitglied, ab 1999 Stellvertreter und von 2010 an alleiniger Obmann der Einzelmitglieder im LKV-SH. Er hat uns viele schöne Treffen, mit interessanten und teils herausfordernden Paddeltouren beschert. Ich erinnere nur an die Monsterwelle auf der Weser, oder den Bau einer Paddlerstadt in Bosau, oder an das Inselhopping auf der Elbe bei Kollmar. Und jetzt noch die Fischbrötchen!!

Wir sehen uns dann alle noch mal auf der Adventswanderung 2014 zur Verabschiedung aus dem Amt, denn als Paddler bleibt Peter uns ja erhalten (mindestens als RKC-Mitglied). Bei seinem Aktivitätspegel, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man ihm immer mal auf irgendeinem Gewässer begegnet. Außerdem wird er Mitglied in der Prüfkommission der Fahrtenbücher bleiben - also versucht besser nicht, bei den Kilometern zu schummeln! Peter kennt seine Pappenheimer. Der merkt das!

Nochmals unseren herzlichen Dank an Peter und Bärbel Schmidt! Für ALLES!

Werner


Landes-Kanu-Verband Schleswig-Holstein e.V.
http://www.kanu-sh.de/